Innotrans 2008

Ich bin gerade aus Berlin zurückgekommen, wo ich bei den Innotrans Publikumstagen war.

Ein Überblick über das Gelände

Die Innotrans ist eine Messe für vor allem (aber nicht nur) Schienenverkehr die alle zwei Jahre stattfindet und sich zu einer der bedeutendsten in diesem Sektor entwickelt hat. Das besondere daran ist, dass am Wochende nach der Messe der Gleisbereich der Messe frei (der Eintrittspreis ist mehr symbolisch) besucht werden kann. Dies ist das erste mal, dass ich dabei war, daher weiß ich nicht wie gut sie im Vergleich da steht, aber ich fand die Innotrans 2008 wirklich gut.

Die tatsächlichen genauen Beschreibungen werde ich noch posten, sie werden dann unter dem Tag “innotrans2008” zu finden sein (oh ja, nebenbei, neues Site-Feature: Tags für Bilder). Hier ist erst mal ein grober Überblick.

Velaro, AGV und so ein komisches Dingens von AnsaldoBreda

Stars der Show waren vor allem natürlich die Hochgeschwindigkeitstriebzüge. Hier vorhanden waren der Velaro RUS und natürlich Alstom’s Prototyp AGV. Darüber hinaus gab es noch einen Zug von AnsaldoBreda, den Österreichischen Railjet und ein paar Teile Talgo.

Ein Talent 2, ein Desiro ML und ein Coradia Continental

Ein großes Augenmerk lag auch auf den Regionaltriebzügen. Diese gehen jetzt in die zweite Generation, mit in Deutschland vor allem Stadler FLIRT, Bombardier Talent 2, Siemens Desiro ML und Alstom Coradia Continental. Der Markt hat sich stark konsolidiert, daher ist die Auswahl der Baureihen deutlich gesunken. Standardfeatures aller dieser Züge ist eine durchgehende Niederflurigkeit in dem alle Antriebstechnik die nicht Drehgestell ist ins Dach verbannt wurde, beliebig viele angetriebene Achsen und anscheinend jetzt ein größerer Fokus auf Elektroantrieb. Entscheidend ist aber vor allem die nachträgliche Konfigurierbarkeit. Fußbodenhöhe, Sitze, sogar die Türanzahl kann alles nachträglich geändert werden. Dies liegt daran, dass der Trend dazu geht, dass ein Triebwagen jetzt für eine gewisse Zeit geleast wird, weshalb es nicht mehr so sinnvoll ist, ihn nur für eine Strecke zu optimieren.

Die Siemens HE18, die Voith Maxima 30C und die Bombardier Traxx

Im Bereich der Loks gab es viel interessantes, aber relativ wenig wirklich neues. Besonders bemerkenswert ist hier Voith, deren Stand hoffnungslos überrant war, da man dort Bastelbögen erhalten konnte. Es ist im Augenblick etwas verwirrend, da es drei Firmen gibt, die vage etwas miteinander zu tun haben, alle mit “Vo” anfangen und manchmal in Kiel sitzen, daher hier die Aufschlüsselung: Vossloh España ist, wie der Name sagt, der spanische Teil von Vossloh. Dort baut man diesel-elektrische Loks, zum Teil mit Antriebstechnik von EMD. Es handelt sich hierbei übrigens um den ehemaligen spanischen Teil von Alstom. Vossloh Deutschland (sie heissen nicht offiziell so, aber so kann man es sich leichter merken) sitzt in Kiel und baut Dieselloks mit hydraulischer Kraftübertragung. Dies ist der Nachfolger der ehemaligen MaK, weshalb die Loks auch immer MaK G sonstwas heißen. Zu guter letzt gibt es Voith, die auch in Kiel sitzen und bislang immer Zulieferer für den Lokbau waren. Vossloh Deutschland verwendet beispielsweise auch immer Voith Kraftübertragungssysteme. Voith hat sich vor zwei Jahren entschieden seine eigenen Loks zu bauen, immer dieselhydraulisch und auch in Kiel, ansonsten aber ohne direkten Bezug zu Vossloh, und hat damit schon viele Bestellungen erhalten.

Drei polnische Triebwagen

Letztlich besonders interessant war die Entwicklung in Osteuropa. Es gab insbesondere erstaunlich viele polnische Triebwagen, aber auch Skoda hatte eine neue E-Lok und eine Straßenbahn dort. Vom technischen Stand her scheinen die Züge dem deutschen Standard nicht viel hinterherzuhinken, es wird daher interessant sein zu sehen, in welche Richtung sich dies weiterentwickelt.

Geschrieben am 28. September 2008 um 21:11

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