Tomb Raider (2013)

Ich habe das neue Tomb Radier Spiel schon vor ein paar Wochen fertiggespielt, aber irgendwie vergessen, meine Meinung dazu aufzuschreiben. Hier ist sie jetzt!

Reboot

Wir leben in einem Zeitalter wo man alles immer wieder von vorne anfängt. Batman, Spiderman, James Bond, Star Trek… alles das selbe. Die Macher von Tomb Raider wollten das auch und machten hier eine “Wie alles begann” Geschichte. Außerdem heißt das neue Spiel einfach “Tomb Raider”, was es erstaunlich schwer macht, darüber zu reden, da man immer Sachen wie “TR Reboot”, “Neues Tomb Raider”, “Tomb Raider 9”, “Tomb Raider (2013)” und so weiter nehmen muss.

Das Spiel erzählt die Geschichte wie Lara von einem kleinen schwachen Mädchen zu der Abenteurerin, die wir heute kennen, wurde. Dies geschieht in dem sie auf einer Pazifikinsel gestrandet wird, zusammen mit anderen Charaktären (generischer Technikmensch, generische Vaterfigur, generische Prinzessin die gerettet werden muss, Zoe Washburn und Gilderoy Lockhart). Sie muss ein uraltes Geheimnis aufklären während die merkwürdigen Inselbewohner sie angreifen. Und falls das noch nicht genug nach LOST klingt, keine Sorge, es gibt auch Überreste eines alten, verlassenen Forschungsprojektes.

Wer meinen vorigen Artikel zu dem Spiel gelesen hat, der weiß, dass ich nicht erwartet hatte, das Spiel sehr zu mögen. Und tatsächlich sind alle Dinge, die ich schlecht fand, wirklich drin und so nervig wie ich dachte. Trotzdem und zu meiner großen Überraschung mag ich das Spiel sehr. Wie kommt das?

Die Geschichte

Die Geschichte an sich ist nicht sehr besonders. Lara wird viel gequält, muss ein entführtes Mädchen retten (zweimal), ihren Freunden aus der Patsche helfen und darüber hinwegkommen, Rehe und Menschen getötet zu haben, was ihr beängstigend schnell gelingt.

Mein größtes Problem zuerst war, das das Spiel überhaupt eine Story hat. Tomb Raider Geschichten bis jetzt waren immer albern und konnten ohne weiteres ignoriert werden, und Lara Croft selbst war eigentlich kein Mensch, den man mögen konnte. Es macht Spaß, als sie zu spielen, aber die arrogante, stinkreiche Aristokratin, die nur zum Spaß alte Ruinen zerlegt, ist nicht jemand den man tatsächlich kennen lernen würde.

Dieses Spiel schafft es, dies zu überkommen. Die neue Lara wirkt zum ersten mal wie eine echte Person (und sieht auch so aus), und obwohl es mir schwerfiel, ihr schlimmes Schicksal ernst zu nehmen, ist es toll wenn man sieht, wie ihr ausnahmsweise etwas gelingt.

Der Rest der Sache ist etwas langweilig. Laras Freunde sind kein bisschen bemerkenswert und vor allem da, um von ihr gerettet zu werden. Der oberste Fiesling hat ebenfalls kaum Tiefgang; man will zu keinem Zeitpunkt mehr über ihn und seine Beweggründe wissen. Das größte Problem mit der Geschichte ist aber ein anderes:

Es blutet

In diesem Spiel wird Lara Croft verletzt. Und zwar sehr viel. Innerhalb der ersten fünf Minuten wird sie schon auf einer Eisenstange aufgespießt, und im weiteren Verlauf sammelt sie eine beeindruckende Menge an Schnitt- und Brandwunden und so weiter an. Was mich daran frustriert ist, dass alles böse nur dann passiert, wenn ich nicht die volle Kontrolle habe. Im Prinzip spiele ich und alles ist prima, und dann kommt ein Film in dem Lara sich verletzt. Dadurch fällt es mir schwer, die Verletzungen ernst zu nehmen. Lara nimmt sie aber ernst; sie stöhnt und keucht wie eine kaputte Dampflok.

Es gibt einen Teil wo Lara dank schwerer Schmerzen nur langsam laufen und nicht springen kann. Das ist sehr interessant, aber auch hier kann ich das Gefühl nicht loswerden, dass Lara sich nicht so verletzt hätte wenn ich in der vorigen Sektion gesteuert hätte.

Nebenbei gibt es auch viel anderes ekliges, anscheinend nur da, damit das Spiel ein eine “18+” Bewertung kriegt und damit ernst und erwachsen wirkt. Es fällt sehr schnell von angsteinflößend zu albern. Zum Beispiel fällt Lara in einen echten unterirdischen Fluss aus Blut. Und da dachte ich noch, die Halle mit Bergen voll abgetrennter Gliedmaßen und Köpfe sei zu viel. Meine persönliche Interpretation ist, dass dies alles nur Gipsmodelle und Farbe ist, die von den Gegnern hingestellt wurden um Furcht zu verbreiten. Ansonsten geht die Rechnung bei den Massen einfach nicht auf.

Das Spiel

Aber wenn ich eine Geschichte sehen will gehe ich ins Kino. Tomb Raider spiele ich weil ich selbst etwas tun will, und meine Angst war, dass dies in diesem Spiel eher selten sein würde. Damit lag ich nur zum Teil richtig.

Es gibt viele, viele Abschnitte wo es exakt einen Pfad gibt, oder das Spiel einem überhaupt nicht die Kontrolle lässt und Lara genau das tut was die Designer hier vorgesehen haben. An ein paar Stellen tut das Spiel als wäre meine Meinung wichtig. Beispielsweise klettert Lara auf einen Radioturm. Dabei drücke ich “Vorwärts” um zu klettern. Wenn ich irgend etwas anderes mache bleibt sie stehen. Egal was ich tue, sie klettert nie runter, springt ab oder sonst etwas. Ich finde das ist geschummelt. Die Szene am Radioturm ist eine der besten des Spiels, aber sie kommt nicht mal ansatzweise an Sachen ran, die ich selbst gemacht habe, wie z.B. vom höchsten Berg in Skyrim springen.

Trotz all dem: Die Teile, wo ich die Kontrolle habe, sind echt toll. Es gibt tausende Pfade durch die Landschaft, viele Sachen, die man sammeln kann, und verschiedene Ansätze für die selben Probleme. Es gibt auch nette Rätsel, die allerdings komplett optional sind, und allesamt ziemlich kurz und einfach.

Was es auch gibt sind zu viele Kämpfe. Besonders im Abschnitt in dem man einen Tempel angreift gibt es nur Kampf an Kampf an Kampf, ohne etwas um das ganze aufzulockern. Das macht bald keinen Spaß mehr. Beim Kampf muss man jetzt in Deckung gehen und selbst zielen. Ich weiß nicht, wem das helfen soll, aber auf “Einfach” hatte ich keine Probleme damit.

Ebenfalls nicht schön ist, dass das Spiel mich immer beschäftigt halten will. Wenn ich irgendwo ein Ei sammle, ist das kein nettes Detail, sondernd Teil einer “Nesträuber-Herausforderung”. Wenn ich in einem Bereich zu lange herumlaufe, kommt ein Hinweis, dass ich einen Knopf drücken kann damit das Spiel mir sagt wo ich offiziell hin soll. Für alle Aktionen gibt es Experience Points, die ich verwenden kann um eher nutzlose zusätzliche Fähigkeiten und Upgrades zu kriegen. Es ist besser als in Angel of Darkness, aber das ist auch keine Kunst.

Mehrspieler

Das Spiel hat einen Mehrspielermodus. Ich habe ihn nicht ausprobiert.

Endurteil

Das Spiel ist merkwürdig geteilt. Teile versuchen eine epische Story zu erzählen, und die sind recht gut, aber nicht sehr gut, und mehr Film als Spiel. Weite Teile sind aber sehr frei, in einer Art und Weise, die Tomb Raider eigentlich immer hätte haben sollen. Diese Teile machen viel Spaß, und ich hoffe das nächste Spiel konzentriert sich mehr darauf.

Geschrieben am 28. März 2013 um 13:55

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